1966 wurde der legendäre AMIGO II mit der damals stolzen Spannweite von 2000 mm als Neuheit vorgestellt. Das unverwechselbare Design mit der markanten Rumpfquerschnitt-Einschnürung unter der Tragflächenendleiste und den typischen Tragflächen-Ohren wird weltbekannt. Der extrem beliebte AMIGO II blieb 24 Jahre bei Graupner im Lieferprogramm.

Es war mein Geburtstagswunsch 1968 nach 1.000 maligem durchblättern des Graupner Katalogs (der besaß damals Kultstatus), dieses Modell zu besitzen. Und es war einer meiner schönsten Tage, als ich mit meinem Vater das Modellbaugeschäft „Pühringer“ am Pfarrplatz mit dem Baukasten unter dem Arm verließ.
Ich wäre damals ohne meinen Vater beim Aufbau des „riesigen“ Modells maßlos überfordert gewesen, doch es entstand ein wunderbares Modell mit sehr guten Flugeigenschaften. Ein Motoraufsatz mit einem COX 0,8 ccm „Golden Bee“ folgte Weihnachten 1968. Gute Fernsteuerungen waren damals teuer und so wurde der Amigo als Freiflugmodell konzipiert (Thermikbremse mit Glimmschnur – wer kann sich noch daran erinnern).

Im Sommer wurde der Tank des COX Motors etwas zu viel angefüllt und es kam was kommen musste: Der Amigo kreiste selbständig in eine Thermikblase ein und wurde immer kleiner. Die Verfolgung mit dem Fahrrad wurde nach einiger Zeit abgebrochen, da irgendwann der Amigo nicht mehr zu sehen war.

2017 wurde der AMIGO V ausgeliefert, das Modell ist eine Reminiszenz an den AMIGO 2. Die Tragfläche, Höhen-und Seitenleitwerk entsprechen dem AMIGO II, das Rumpfdesign ist nahezu identisch. Auch die klassische Bespannung mit Japan-Bespannpapier und die Lackierung mit Spannfix Immun Spannlack wird für den AMIGO V empfohlen und in der Bauanleitung detailliert beschrieben. Diese Art der Bespannung verleihen dem AMIGO V die legendär gutmütigen Flugeigenschaften und gibt der filigranen Tragfläche eine hohe Torsionsfestigkeit.

Die nostalgischen Erinnerungen an den Sommer 1969 waren schuld, dass ich mir diesen neuen Baukasten in Lasertechnologie zuzulegte, um den AMIGO wieder auferstehen zu lassen.

 

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Wo viel Licht ist da ist auch Schatten, dieser Spruch wird sich beim Bau dieses Modells wie ein seidener Faden durchziehen. Das beginnt bereits bei der ziemlich schmucklosen Schachtel aus Wellpappen Karton. Kein Vergleich zu den früheren Hochglanzschachteln der Graupner Baukästen. Aber auf den Inhalt, nicht auf die Verpackung kommt es an.

 

Nach dem Öffnen der Schachtel, ein gewohntes Bild, Ein Bauplan 1:1, eine Bauanleitung, eine Klarsichtkabinenhaube, Bowdenzüge, Abziebilder, Leisten in diversen Abmessungen, diverse Kleinteile und gelaserte Brettchen aus Balsa und Sperrholz.

 

Der Aufbau beginnt mit dem Rumpf. Dazu werden zuerst alle Teile mit einem scharfen Messer aus den diversen Brettern befreit und evtl. kleine übriggebliebene Stege bündig verschliffen.

Die Rumpseitenteile (Vorderteil aus Balsa Sperrholz, Und Hinterteil aus Balsa) werden miteinander verklebt. Im Anschluss werden die Rumpfgurten aufgeklebt. 

Kritikpunkt 1:
Das Hinterteil ist um 1/2 mm dicker als das Vorderteil. Also aufpassen, dass der Dickensprung an der Innenseite des Rumpfes liegt.

Kritikpunkt 2:
Das Balsaholz des hinteren Rumpseitenteiles (aber auch Oberseite und Unterseite) hat eine extrem ausgefaserte rauhe Oberfläche (NIX mehr Gaupner microschliff Balsa!!)

Die ersten Spanten werden mit dem Rumpfseitenteil verklebt.
Als Klebstoff verwende ich Titebond Holzleim.

Dieser Leim bietet eine hohe Anfangshaftung und härtet schnell aus, so dass die nötige Presszeit nur kurz ist. Die Verleimung ist stärker als das Holz selbst.

Der getrocknete Leim lässt sich hervorragend Schleifen und wird von Oberflächenbeschichtungen nicht beeinträchtigt. 

 

Die zweite Rumpfhälfte wird aufgesetzt und verleimt. Dabei ist zu achten, dass die Rumpfseiten deckungsgleich übereinander liegen.

Bis zum Aushärten des Holzleims werden die Teile mit Gewichten fixiert

 

Der Rahmen für die Kabinenhaube wird verklebt. Der vorgesehene Magnetverschluss mit Laschen hat mir nicht zugesagt, ich habe vorhandene 8mm  Powermagnete eingeharzt. Um die Differenz auf das gelaserte Loch auszugleichen, habe ich eine APC Luftschraubenhülse verwendet.

 

Nach dem Ankleben der Rumpfformteile wird der gesamte Rumpf verschliffen. Im Bild der verschliffene Nasenklotz.

Der Rumpfbau endet fürs erste nach einer zweimaligen Behandlung mit Schnellschleifgrund.

Die Kabinenhaube wird erst angebracht wenn die Tragflächen auf dem Rumpf sitzen

Das Seitenruder besteht aus zwei Seitenteile zwischen denen ein Scharnierband eingeklebt wird. Auch dieses wird zweimal mit Schnellschleifgrund behandelt.

Kritikpunkt:
Wenn schon Laserteile zur Verfügung stehen, warum werden die Teile nicht zwecks Verzugsgefahr oben und unten mit 90 Grad zur Faserrichtung stehenden Teilen abgesperrt?

Im nächsten Schritt wird das Höhenleitwerk aufgebaut

Die Teile werden direkt auf dem 1:1 Bauplan fixiert und verleimt:

Kritikpunkt:
Für die beiden Holme sollen 5x3 mm Balsaleisten verwendet werden. Nach dem Einkleben der Rippen habe ich festgestellt, dass die zweite Leiste eine Dimension von 6 x 4 mm hat.
Ich habe deshalb für den den oberen Holm eine Kiefernleiste 5 x 3 verwendet. 

Das fertig gebaute Höhenleitwerk vor dem Verscchleifen.

Kritikpunkt:
Die oberen und unteren Beplankungsteile für den mittleren Bereich bestehen aus viel zu dickem Balsaholz. Deshalb habe ich die Oberseite mit 0,8mm Birkensperrholz verklebt, und sogar dieses steht an der Endleiste etwas über !!!

Das fertig verschliffene Höhenleitwerk wird ebenfalls mit 2 x mit Schnellschleifgrund behandelt.

 

Die Bohrung für die Höhenleitwerksbefestigung wird vorsichtig angesenkt. Die Lücken der Rippen über dom oberen Holm werden mit Balsaresten aufgefüttert

Kritikpunkt:
Nun komt es aber ganz dick!

Das sind die Leisten für die Hauptholme der Trgfläche. Solche krummen Dinger sind mir in meiner 50jährigen Modellbautätigkeit noch nie untergekommen

Die  Maserung der Leisten läuft komplett aus den Leisten. Damit ist ein Flächenbruch beim ersten Hochstart bereits vorprogrammiert. Ausserdem sind das keine Kiefernleisten, sondern irgendeine Ramschware aus Asien 

quod erat demonstrandum,

die Leiste brach bei der geringsten Biegebeanspruchung.

So etwas gehört in keinen Baukasten.

Eine Bund 5 x 3 Kiefernleisten war noch im Fundus der Werkstatt und noch dazu Graupner Kiefernleisten. Absolut Verzugsfrei und perfekt in der Faserrichtung, also es ging einmal !!

Ich habe das Problem mit den krummen Holmen an Graupner ggeleitet. Die Entschuldigung kam prompt und es wurde zugesichert in Zukunft mehr den Inhalt zu kontrollieren.
Zur Entschädigung wurde mir angeboten, evtl. benötiges Zubehör gratis zukommen zu lassen.
Mir ist nur wichtig, dass die Qualität der Bausätze in Zukunft mehr in den Vordergrund tritt.
Ein Anfänger, und für solche war / ist der Amigo ein perfektes Modell, würde wahrscheinlich nie mehr wieder ein Modell selbst bauen.

Der Kabinenhaubenrahmenhatte Übermaß, ich habe den Kabinenhaubenrahmen etwas schmäler geschliffen um die Materialstärke der Verglasung zu egalisieren.

Den Austritt des Bowdenzugs für das Seitenruder habe ich mit einem Reststück Balsa verschlossen.

Kritikpunkt:

Die Oberfläche des Balsaholzes für die Tragflächenrippen ist sehr rauh. Wenigstens sieht man dies bei den Rippen nicht.

Der Unterschied der Materialstärke der 26 Rippen Nr. 49 liegt zwischen 2,11 und 2,77 mm, das macht das Einpassen in Nasen- und Endleisten nicht einfacher. 

Für das Ausrichten der Wurzelrippen liegt eine Schablone bei.

Mit dieser und einem Anschlagwinkel wird die Rippe ausgerichtet und verleimt.

Das Einleimen der Rippen geht verhältnismäßig ras von statten --> 

--> und so entstehen rasch die vier Tragflächensegmeente

Für Verwirrung sorgt die Anleitung bei den Verbindern:
Die Holmverbinder (68) und 69) einpassen und einkleben. Holmstege (67) einpassen und einkleben. Bitte beachten, die konische Außenseite ist mit einem Laserschnitt markiert.

Als ich habe keine Lasermarkierung gefunden, was weiß ich was das bedeuten soll??

Für die Schräge an den Außenteile gibt es keine Schablone, hier kann man die Holmverbinder für die erste grobe Anpassung verwenden.

Die inneren Holmverbinder werden eingeleimt, im Anschluss wird auf der Holmvorder- und rückseite aufgedoppelt.

So sieht die Oberfläche der Beplankungsbrettchen für die Tragfläche aus. Schön ist das wirklich nicht. Auch die Dicke der einzelnen Brettchen fällt aus jeder Toleranz

Die erste Tragflächenhälfte wird beplankt. Auch hier erfolgt entgegen der Bauaanleitung die Verleimung mit Titebond Holzleim.

Die Fixierung an der Nasenleiste erfolgt mit Glasfaserband (Kreppband war aus!)

Die linmke Tragflächenhälfte ist fertig beplankt.

Die Hauptholme wurden vor dem Beplanken mit 3mm Baalssa verkastet. 

 

Kritikpunkt:

Die Stärke der Beplankungsbretter ist mit 2mm angegeben, tatsächlich schwankt die Dicke der Bretter zwischen 2,1 und  2,4 mm.

 

Die Beplankung des Flächenmittelstücks aufgrund der Flächentiefe mehrteilig.

Kritikpunkt:
die einzelnen gelaserten Beplankungsbrettchen sind ebenfalls bereits herstellerseitig verklebt:

Zu sehen ist hier übrigends wiederum die absolut schlechte Oberflächenqualität des ver´wendeten Balsaholzes.

Die Flächenohren werden an das Mittelstück angeleimt.

Jetzt werden auch die Flächenohren auf der Oberseite beplankt.

Die beiden Randbögen werden angeleimt und ersteinmal grob verschliffen

Für die Tragflächenbefestigung mit Gummiringen wird die Endleiste mit einem Stahldraht und GFK verstärkt.

Nach dem Verschleifen der Tragflächen und einer zweimaligen Behandlung mit Porenfüller ist der Rohbau des Amigo abgeschlossen

Die fertig verschliffenen Randbögen

Der kleine Spalt des Beplankungsstoßes wird mit Balsa Filler verspachtelt.

Die Bespannung erfolgt mit Polyester Bespannvlies, welches eine ähnliche Eigenschaft wie klassisches Bespannpapier hat, aber wesentlich reissfester ist.

Die Teile werden mit Klebelack und/oder Verdünnung aufgepinselt und mit den Fingern leicht angerieben.

Das Vlies ist auf der ersten Seite des Höhenleitwerks aufgeklebt, aber noch nicht beschnitten.

Nach dem Bespannen der Oberseite und dem Trimmen aller Ränder wird das Leitwerk mehrmals mit verdünntem Spannlack gestrichen. Ukm Verzüge zu vermeiden wird nach jeder Lackschicht das Leitwerk auf dem Baubrett fixiert.

Obwohl es den Anschein hat, dass der Lack nach wenigen Miuten aushärtet, ist dies ersst wirklich nach einigen Tagen der Fall.

Um das Vlies Faltenfreiüber die sphärisch gewölbten Randbögen zu bekommen wird es mehrfach an den Rändern angeschnitten.

So sieht das nach dem Anreiben mit Klebelack aus.

Evtl wird mit einem 400er Papier leicht nachgeschliffen.

Wichtig beim Ankleben auf der Flächenunterseite ist dass die Bespannung gut mit den Rippen verklebt ist.

Die Oberseite des Flächenohres wird aufgebracht und auf der Innenseite der letzten Rippe umgebördelt, mit dieser gut verklebt, damit sich das Vlies nicht beim Straffen der Bespannung von der schmalen Rippe löst.

Die Beplankund der Fläche wird mit leichtem 12g Japico Papier in der gleichen Vorgehensweise aufgeklebt.

Das Bespannen des Seitenruders ist in wenigen Minuten geschehen. Wichtig auch hier, dass das Leitwerk nach jedem Spannlackanstrich (insgesaamt 5) wegen Verzugsgefahr auf dem Baubrett fixiert wird.
Das Höhenruder wird in der gleiche Weise bespannt.
Beim Rumpf, speziell bei der sphärisch geformten Nase muss das Papier mehrfach eingeschnitten werden. Im Gegensatz zur Folie hat das Papier fast keine Elestizität.
Stück für Stück wird das Papier mit verdünntem Kleblack aufgebracht. Besonders an den Schnittkanten ist darauf zu achten, dass das Papier auch wirklich festgeklebt ist.
Die rechte und linke Seite des Rumpfes wird bespaannt.
Was jetzt folgt sind 5 Anstriche mit Spannlack. Zwischen jedem Auftrag muss eine ausreichende Trockenzeit eingeplant werden. Der Spannlack fühlt sich zwar nach kurzer Zeit "trocken" an, bis zum endgültigen Aushärten sind zwischen den Anstrichen vergehen aber einige Stunden

Speziell bei den Rippenflächen muss eine lange Trockenzeit eingeplant werden, um Verzüge zu vermeiden.

Laut Bauplan wird das Seitenruder auf der rechten Seite angelenkt. Gemäß dieser Vorgabe wurde das Modell auch aufgebeut.

Kritikpunkt:

Warum sind dann die Löcher falsch herum gelasert? 

Es wäre besser gewesen die Löcher nicht anzubringen als in der falschen Diagonale.

Die Löcher wurden mit Sekundenkleber und Füllpulver verschlossen un neue gebohrt.

Die Kabinenhaube wird zugeschnitten und mit dem Raamen verklebt. Der Rumpfbug wird scchwarz lackiert, ebenso der untere Rand der Kabinenhaube
Das Seitenruder wird angeschlossen
Die verwendeten Servosmit über 8kg Stellkraftsind etwas oversized, aber sie waren im Fundus vorhanden.
Die fertig montierten und angelenkten Servos für Seite und Höhe.
Das fertige Heck des Amigo.
Das Ruderhorn ist etwas nach links versetzt, so läuft es ohne Spannung.
Der Bau des Amigo V ist damit abgeschlossen, im Frühjahr folgen Fotos vom Erstflug
Die beiliegende bedruckte Folie habe ich nicht verwendet, die Schriftzüge wurden auf dem Schneideplotter erstellt.

Noch ein "NO GO" zum Abschluss:

Auf dem Bild links sieht man wie beim Amigo 2 die Hochstarthaken befetigt wurden. Die sitzen bombenfest im Rumpfkiel und werden auf der linken und rechten Seite des Kiels noch verstärkt

Beim Amigo V soll der Hochstarthaken (M3 metrisches Gewinde) nur ins weiche Balsaholz geschraubt werden.

No comment!!